Die Ausstellung Zürich – Stadt des Kapitals widmet sich der Geschichte Zürichs aus filmischer Perspektive. Präsentiert werden Auftragsfilme und aktivistische Kurzfilme des 20. Jahrhunderts, die Einblick geben in politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen und Zusammenhänge.
Auftragsfilme stellten lange den wichtigsten Bereich der Schweizer Filmproduktion dar. Akteur:innen aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung oder Bildung liessen zu Zwecken der Imagepflege, Aufklärung oder Werbung Filme realisieren. An diesen lässt sich heute nachvollziehen, wie Zürich im Zuge der Industrialisierung zu einem der wichtigsten Wirtschaftszentren der Schweiz aufstieg. Sie verweisen auf Produktionsverhältnisse, globale Verflechtungen und dokumentieren, wie sich das Stadtbild und die Bevölkerungsstruktur veränderte.
Als Auftragsfilme steht die Mehrzahl dieser Filme im Dienst der Elite. Selten gerät die Lebenswelt der Stadtbewohner:innen in den Blick oder wird Kritik an den herrschenden Verhältnissen geübt. Die Einführung der staatlichen Filmförderung sowie leichtere und billigere Formate wie 8-, 16mm-Film oder Video veränderten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Filmproduktion. Im Kontext von politischen, kulturellen und sozialen Bewegungen, die Zürich ebenso prägten wie die grossen Unternehmen, bedienten sich unterschiedliche Personen filmischen Ausdrucksmitteln. Sie nutzten das Medium, um die bestehenden Machtverhältnisse anzuprangern oder Alternativen zu proklamieren.
Ein grosser Teil der Filme wurde im Zuge eines mehrjährigen Projekts zur Aufarbeitung von Zürcher Gebrauchsfilmen bearbeitet und neu zugänglich gemacht. Ergänzt wird die Auswahl durch Videos und Fotografien aus dem Schweizerischen Sozialarchiv. Bei Auftragsfilmen wurde oft sowohl eine deutsche als auch eine französische Fassung hergestellt. In solchen Fällen präsentiert die Ausstellung beide Versionen.